OECD-Studie zeigt erfolgreiche Integration - "Die Klugen kommen, um zu bleiben"

20.07.2011
Wie "Die Welt" berichtet, zeigen Statistiken von der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) zum Thema Zuwanderungen: Deutschland meistert die Wirtschaftskrise so gut wie kein anderes Land in Europa. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern gewinnt die Bundesrepublik für Migranten an Attraktivität, bei der Wahl des Studienortes und auch im Bereich der Unternehmensgründung.

OECD-Studie zeigt erfolgreiche Integration - Die Klugen kommen, um zu bleiben

Die Zahl der Unternehmensgründungen durch Migranten steigt. Seit Ende der 90er Jahre hat sie sich sogar mehr als verdoppelt. „Und das sind nicht mehr nur kleine Einkaufsläden, sondern die ganze Bandbreite von Betrieben“ erklärt Thomas Liebig, OECD-Referent für Internationale Migration. Laut dem neuesten Migrationsbericht der OECD beschäftigen Unternehmen von Migranten in Deutschland jedes Jahr mehr als 750 000 Menschen. Um dieses Potenzial besser zu nutzen, rät Liebig, diese Unternehmen auch über die Startphase hinaus zu unterstützen, da es beispielsweise nach wie vor für viele Migranten schwierig sei, Kredite für eine Unternehmensgründung zu bekommen.

Auch die Zahl der Studenten aus anderen Ländern wächst ständig. So wollten im Erhebungsjahr 2009 mehr als 60 000 junge Menschen aus aller Welt in Deutschland studieren. Und auch nach dem Abschluss bleiben sie meist als hoch qualifizierte Kräfte im Land, weiß Liebig: „Mehr als jeder vierte internationale Student in Deutschland bleibt nach dem Studienabschluss im Land. Das ist höher als der OECD-Durchschnitt.“
Der Migrationsbericht entzerrt außerdem das Bild einer enormen Abwanderung  aus der Bundesrepublik: Die Abwanderung aus Deutschland ist deutlich geringer als angenommen und ging 2009 zurück auf 20%.

Im Vergleich mit anderen Ländern hat Deutschland weitere positive Merkmale zu verzeichnen: Die Arbeitslosigkeit betrifft junge Migranten nicht so stark wie in anderen Staaten, so stieg die Zahl der erwerbstätigen Migrantinnen sogar an. Die Langzeitarbeitslosigkeit von Migranten bleibt laut dem Bericht jedoch weiterhin hoch. Auch für saisonale Arbeitskräfte wurde Deutschland zum Ziel Nummer eins: Die Bundesrepublik nahm die Hälfte all dieser Arbeitskräfte auf, während die Zahl der Saisonarbeiter in anderen Ländern rapide sank.

 „Der OECD-Migrationsbericht enthält ermutigende Signale für Deutschland und ist eine Anerkennung unserer Integrationsanstrengungen“, sagt die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer. Laut EU-Beschäftigungskommissar Laszlo Andor hätte Berlin diese positive Entwicklung jedoch noch verstärken können. So gebe es generell noch zu viele Hürden, um die Zuwanderung hochqualifizierter Arbeitssuchender zu fördern.
In den anderen Ländern sucht man solche positiven Trends jedoch vergebens, so lag die Quote der arbeitslosen Zuwanderer Ende 2010 bei durchschnittlich 24,4 %. Durchschnittlich ging die Migration um sieben Prozent zurück. Die Nachfrage nach Arbeitsmigranten wird jedoch laut OECD-Generalsekretär Angel Gurría wieder zunehmen. Die Regierungen müssten deshalb mehr tun, um die Potenziale der Einwanderer besser zu nutzen.

Quelle: Die Welt, 13. Juli 2011

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