Interkulturelle Fallstricke bei der Personalauswahl

15.07.2011
„Sie machen sich nicht einmal die Mühe, ein Foto mitzuschicken oder in ihrer Bewerbung Basisdaten wie das Geburtsdatum anzugeben“ beschwert sich ein deutscher HR-Manager über die Bewerber aus den USA…Um Firmen zu helfen, in ihren wirtschaftlichen Umgebungen Erfolg zu haben, müssen HR-Profis in internationalen Firmen die besten Kandidaten anwerben. Mit der wachsenden Komplexität des globalen Business müssen dabei auch kulturelle Faktoren berücksichtigt werden.

Internationale Personalauswahl

"Die Inhalte von Lebensläufen unterscheiden sich deutlich in den verschiedenen Kulturen. In England ist es üblich, den Namen und Kontaktdaten einer Referenzperson anzugeben, während in Deutschland ein schriftliches Empfehlungsschreiben von früheren Firmen erwartet wird. Außerdem werden in manchen Ländern, wie auch in Deutschland, persönliche Daten wie der Familienstatus im Lebenslauf angegeben, während solche Informationen beispielsweise in den USA als irrelevant gelten", berichtet Robert Gibson, der Autor der Lektüre "Intercultural Business Communication" in einem Artikel in der Business Spotlight (4/2011). Kulturelle Unterschiede zeigen sich außerdem bei Vorstellungsgesprächen. Ein deutsches Unternehmen in Rumänien stellte beispielsweise keine rumänischen Mitarbeiter ein, weil diese bereits während des Bewerbungsprozesses aufgrund der – aus deutscher Sicht – nicht adäquaten Verhaltensweisen im Vorstellungsgespräch aussortiert wurden. Nicht selten verbinden deutsche Personaler mit einer professionellen Selbstdarstellung komplett andere Verhaltensweisen, als beispielsweise in Rumänien oder auch Japan und Russland erwartet werden. "Dick auftragen" oder "bescheidene Zurückhaltung"? Eine Frage, deren Beantwortung im Kontext internationaler Personalauswahl immer auch von der Herkunft und Erwartungshaltung der am Bewerbungsprozess involvierten Personen abhängt…

Die Rolle von HR-Managern wird mit der Globalisierung wichtiger und komplexer. Heutzutage brauchen HR-Manager neben Kenntnissen der Arbeitgesetzgebung vor allem auch ein hohes Maß an interkultureller Sensibilität. Sie müssen Strategien entwickeln, mit interkulturellen Unterschieden umzugehen und leisten so einen bedeutenden Beitrag zum Unternehmenserfolg.

Quelle: Business Spotlight 4/2011

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