Interkulturelle Trainings: Der geeignete Trainingszeitpunkt

Newsletter April 2011

Die Auswahl des geeigneten Trainingszeitpunktes, Newsletter Fix International Services, Interkulturelle Kompetenz, Interkulturelle TrainingsNicht erst in der aktiven Trainingsphase entscheidet sich die Qualität eines Interkulturellen Trainings. Ein guter professioneller Trainingsanbieter wird Sie, anders als beim konfektionierten „Training von der Stange“, bereits während des erforderlichen Vorbereitungsprozesses aktiv unterstützen. Denn auch die Vorbereitungsphase muss den individuellen Bedürfnissen Ihres Unternehmens angepasst sein, maßgeschneidert und flexibel zugleich. In dem dritten Teil unserer Rubrik Trainingsvorbereitung erfahren Sie, welchen nicht ganz unerheblichen Einfluss die Festlegung des Trainingszeitpunkts auf die Wirksamkeit einer Trainingsmaßnahme haben kann. Denn neben der idealen Zusammensetzung der Teilnehmergruppen und der Auswahl der geeigneten Trainingsinhalte entscheidet auch der Zeitpunkt eines interkulturellen Ausreise-Trainings über dessen Erfolg.
Rubrik: Trainingsvorbereitung Teil III

Orientierungstraining vs. Verlaufstraining


In der Praxis unterscheidet man i. d. R. zwei Trainingsformen: Das „Orientierungstraining“ und das „Verlaufstraining“. Während Orientierungstrainings vor dem Auslandsaufenthalt der Vorbereitung auf die fremde Kultur und die dort vorherrschenden Arbeits- und Lebensbedingungen dienen, findet ein Verlaufstraining erst statt, nachdem der zu schulende Expatriate bereits einige Zeit im Zielland verbracht hat.

Planung des Orientierungstrainings

Entscheidet man sich für ein Orientierungstraining, empfiehlt es sich, dieses etwa 6-8 Wochen vor der Ausreise stattfinden zu lassen. Denn findet das Training zu früh statt, fällt es vielen Trainingsteilnehmern schwer, sich auf die Thematik einzulassen: der „Ernst der Lage“ wird häufig noch nicht erkannt. Die unmittelbare Motivation, sich mit den kulturellen Unterschieden im Denken und Handeln seiner zukünftigen Partner im Ausland aktiv auseinanderzusetzen, ist häufig noch nicht vorhanden. Außerdem sollte das Trainingswissen zum Zeitpunkt der Ausreise noch „frisch“ sein: der Mensch ist bekanntermaßen vergesslich…

Findet hingegen das Training zu spät statt, steht bei den Teilnehmern längst Organisatorisches im Vordergrund: Ausreiseformalitäten müssen geklärt werden, leere Koffer werden nun aus den Schränken geholt, Sprachkenntnisse werden aufgefrischt, Freunde und Verwandte verabschiedet. Wenn der Teilnehmer jetzt überhaupt noch Zeit für ein Training hat, kann er sich auf die Trainingsinhalte oft nur noch schwer konzentrieren.

Planung des Verlaufstrainings

Der ideale Zeitpunkt für ein Verlaufstraining liegt etwa 8-12 Wochen nach Ankunft im Zielland. Ähnlich wie bei den Ausreisetrainings kann es Probleme geben, wenn ein Verlaufstraining zu früh, bzw. zu spät stattfindet:

An einem zu frühen Zeitpunkt halten noch zahlreiche organisatorische Alltagsfragen die Teilnehmer in Atem: Suche nach den richtigen Geschäften, Erkundung der Umgebung, Einarbeitung in neue Organisationskultur. Findet das Verlaufstraining zu spät statt, hat sich bei den Teilnehmern angesichts zahlreicher Probleme oft bereits Resignation breitgemacht. Stereotype haben sich verfestigt, Fehler und Fettnäpfchen, die hätten vermieden werden können, wurden begangen, unnötige Frustration ist die Folge.

Was ist sinnvoller? Ein Training vor der Ausreise oder erst im Zielland?

Die Motivation und der Praxistransfer sind häufig höher, wenn die Teilnehmer bereits die Möglichkeit hatten, erste Erfahrungen im Zielland zu sammeln. So können konkrete Fragen und erste persönliche Fallbeispiele im Training bereits gezielt aufgegriffen werden. Der Praxisbezug und der potentielle Nutzen sind für den Teilnehmer unmittelbar erkennbar. Denn schließlich ergeben sich viele Fragen oft erst dann, wenn man die kulturellen Differenzen selbst erlebt, also „am eigenen Leib“ gespürt hat. Allerdings besteht bei Verlaufstrainings die Gefahr, den Mitarbeiter „ins kalte Wasser“ zu werfen…Gibt es eine Ideallösung? I. d. R. bietet es sich an, das Training in zwei Termine aufzuteilen (den ersten Termin vor der Ausreise, den zweiten Termin einige Zeit nach Ankunft in der Zielregion). Wenn der Trainingsteilnehmer vorab bereits einmal im Zielland zu tun hatte, kann mit diesen Erfahrungen schon während des Ausreisetrainings gearbeitet werden. Ein zweiter Termin im Sinne eines Verlaufstrainings ist in diesem Fall folglich nicht zwingend notwendig, nach der Ausreise sollte jedoch abgeklärt werden, ob noch Bedarf für ein Verlaufstraining besteht oder nicht. 

Das Training in zwei Termine aufteilen

Termin 1: Vor der Ausreise

 Hier gibt es Input zu den generellen kulturellen Unterschieden, die Fragen (und Besorgnisse) des Teilnehmers können aufgenommen und geklärt werden. Der Expat erhält erste Handlungsanweisungen und Tipps, übt Handlungsstrategien ein, um potentiellen Herausforderungen souverän entgegenzutreten und lernt, sich bei seinem Start im Ausland erfolgreich zu behaupten. Eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit Themen wie Kulturschock und der Wirkungsweise von Stereotypen und Vorurteilen beugen einem „bösen Erwachen“ im Zielland vor.

Termin 2: Im Zielland

Im Zielland werden anschließend konkrete Baustellen bearbeitet: Welche Situationen bereiten Schwierigkeiten, wo besteht Unsicherheit, was muss noch geklärt werden? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die ersten kritischen Interaktionssituationen im Umgang mit fremdkulturellen Kollegen, Geschäftspartnern oder persönlichen Kontakten aufzuarbeiten. Das im Orientierungstraining erworbene Wissen über Kulturstandards wird aufgefrischt und auf eigene Erfahrungen angewandt.

Und wenn das Budget für zwei Termine nicht ausreicht?

Auch bei einem knappen Budget wird Ihnen ein professioneller Trainingsanbieter weiterhelfen können. Denn erfahrungsgemäß sind auch Telefon- und E-Mail-Coachings wirkungsvolle Werkszeuge. Wenn nämlich der Trainer nach der Ausreise mit einem oder mehreren Teilnehmern Kontakt hält, und für kritische Interaktionssituationen Handlungs- oder Lösungsstrategien entwickelt.

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