Weltwirtschaft: „In Zukunft kommt es auf das Warum an!“

Newsletter September 2013

istock-000010822711klein.jpgDer Blick in die nahe Zukunft verheißt Gutes, der aktuelle Weltkonjunkturbericht 2013/14 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages liefert Gründe zum Optimismus: „Die Weltwirtschaft kommt wieder in Schwung!“ verspricht die Studie. Unternehmer und Politik sind auf Prognosen und Szenarien angewiesen, um schon heute künftige Entwicklungen mit gestalten zu können. Doch wie weit können wir in die Zukunft schauen?
Manche Vorhersagen sind umstritten. Unumstritten ist, dass den klaren Blick nach vorn braucht, wer seine Zukunft aktiv gestalten will. Und die Vorzeichen dafür scheinen gut: „Die Weltwirtschaft kommt wieder in Schwung. Im laufenden Jahr reicht es zwar erst für ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 2,8 Prozent – so wenig wie seit 2008 nicht mehr. Im kommenden Jahr beschleunigt sich die Weltwirtschaft dann aber um 3,7 Prozent. Diese Belebung fußt auf die wieder stärker wachsenden etablierten Industrieländer in Europa und den USA. Die aufstrebenden Schwellenländer – allen voran die BRICS-Nationen – die 2013 einen gehörigen Wachsdämpfer erlitten haben, nehmen 2014 wieder Schwung auf.“ So lautet die Vorhersage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHT).

Des amerikanische Regisseur und Schauspieler Woody Allen macht deutlich, warum für ihn die Notwendigkeit besteht, voraus zu schauen: „Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest meines Lebens zubringen werde“. Noch konkreter brachte der Philosoph Karl Jaspers seine Gedanken auf den Punkt und weckt dabei zugleich das Interesse am Beschreiten neuer Wege: „Die Zukunft ist als Raum der Möglichkeiten der Raum unserer Freiheiten.“ Die bieten sich auch Unternehmern. Konkrete Perspektiven für die Personalabteilungen lieferte in Köln Europas größte Fachmesse für Personalmanagement, „Zukunft Personal“. Weil aufgrund des demografischen Wandels die Personalsuche zunehmend schwieriger wird, boomen Karriereportale und Onlinejobbörsen wie Linkedin oder Xing. Wie aber sehen die Profis die Fachkräfte von morgen, die für die Gestaltung ökonomischer Räume verantwortlich sein werden? Welche Qualifikationen sind in den Führungsetagen für Manager in der Zukunft erforderlich? Der Tenor war überall gleich: Sie sind hervorragend vernetzt, weltweit einsetzbar und bringen dabei viel Eigeninitiative in die Unternehmen ein. „Die Welt hat sich gewaltig verändert. Die klassische Idee, es sei Aufgabe von Führungskräften Ziele vorzugeben und Stabilität herzustellen, gehört bald der Vergangenheit an. Der Manager von morgen wird gemeinsam mit dem Team Ideen zu entwickeln und mit ihm entscheiden, wohin die Reise geht!“ berichtete Prof. Peter Kruse von der Universität Bremen, „es wird darum gehen, gemeinsam eine Idee zu entwickeln und immer eine gute Antwort auf das Warum zu haben. In Zukunft kommt es mehr auf das Warum an, nicht mehr so sehr auf das Wie!“

Die so entstehenden flachen Entscheidungswege brauchen Fach- und Führungskräfte,  die eigenverantwortlich entscheiden und das Heft selbst in die Hand nehmen. Frank Kohl-Boas, als Google-Personalchef für den Bereich Nordeuropa verantwortlich, beschreibt das seiner Meinung nach erforderliche Profil künftiger Spitzenkräfte: „Wir erwarten, dass sie in ihrem bisherigen Karriereverlauf gezeigt haben, dass sie sich vor allem selbst führen können! Wir möchten sehen, wie sie mit Niederlagen umgehen und welche Ziele sie sich gesetzt haben. Das kann man natürlich auch an der Ausbildung ablesen. Aber genauso wichtig ist Agilität, Neugierde und der Umgang mit Veränderungen!“ Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Kommunikationsdienstleisters Fix International in Hamburg: „Kaum etwas beschäftigt die Menschen so sehr wie die Zukunft. Sicher ist, dass Innovationskraft und die Orientierung auf das internationale Geschäft die entscheidenden Merkmale für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Unternehmen sein werden. Doch die Halbwertzeit von Wissen ändert sich ständig. Deshalb muss die die Eigenverantwortlichkeit über die Zeit am Arbeitsplatz hinausgehen. Die ständige Organisation der eigenen Weiterbildung gehört dazu. Beeindruckende Einblicke in dieses Denken gibt das Interview mit Herrn Al-Faray in diesem Newsletter!“ 

Ist die Zukunft rosig?

Wie aber werden wir in hundert Jahren leben? Eine rosige Zukunft sagt der Menschheit Michio Kaku, Physiker an der New Yorker City University, voraus. Er befragte 300 weltweit renommierte Wissenschaftler aus allen Wissenschaftsgebieten, aus den Antworten entwickelte er den Bestseller „Die Physik der Zukunft“.  Roboter übernehmen dem zufolge die Alltagsarbeit, medizinische Nanobots können Krebs heilen und beschwerliche Meetings erledigen unsere Hologramme. Kaku kam zu seinen Ergebnissen, indem er zunächst zurückgeschaut auf Vorhersagen, die vor 25 oder 100 Jahren gemacht wurden. Seine These: Richtig lagen Forscher, die schon bestehende Technologien weiterdachten. So verfügt beispielsweise heute jedes Smartphone über mehr Leistung als der NASA 1969 bei der ersten Mondlandung zur Verfügung stand! Doch wozu führt das nach Michio Kaku? „Die technologischen Innovationen bringen die Menschheit in eine planetarische Zivilisation!“ Demnach wird der Wohlstand gleichmäßiger verteilt werden und die Ländergrenzen werden fallen. Ein kraftvoller Motor dieser Entwicklung zu dieser neuen Zivilisation ist das Internet.  

Geht es nach Matthias Horx, dem bekanntesten deutschen Zukunftsforscher, sollte ein Zukunftsforscher primär zwei Dinge können: „Er muss im Sinne einer Ahnung kommender gesellschaftlichen Verhältnisse das Gras wachsen hören. Und er muss stimmige Modelle der Zukunft entwickeln können.“  In einem Interview verriet Horx auch, wie er die Welt in 100 Jahren sieht: „Das wahrhaft Schockierende könnte sein, dass sich die Welt in hundert Jahren vielleicht gar nicht so viel anders anfühlen wird als heute!“ 
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