Friedenstraining in Krisenregionen

Newsletter Mai 2014

ifa.pngKann man friedenssichernde Konfliktlösungen trainieren? Und können Kunst und Kultur bei dieser schwierigen Aufgabenstellung eine Rolle spielen? Das Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa), eine vom Auswärtigen Amt geförderte Einrichtung für den internationalen Kulturaustausch hält in dieser Frage eine besondere Antwort bereit. Als Mittlerorganisation für die Auswärtige Kulturpolitik Deutschlands engagiert sich das ifa von Stuttgart aus weltweit für den Kunstaustausch, den Dialog der Zivilgesellschaften und die Vermittlung außenkulturpolitischer Informationen.
Ein wichtiger Baustein ist dabei der Arbeitskreis „Kultur und Konflikt“. Seit Anfang der 1990er-Jahre finden, laut ifa, zivilgesellschaftliche Akteure als Friedenskräfte in Krisenregionen zunehmend Anerkennung. Die Aktivisten folgen dem Konzept der „Mehr-Ebenen-Diplomatie“, entsprechend zweier UN-Resolutionen rufen sie zu einer „Kultur des Friedens“ auf. Grundlage der Arbeit ist die Überzeugung, dass sich Konfliktprozesse, Einstellungen, Verhaltens- und Lebensweisen innerhalb von Gesellschaften mit Hilfe der Etablierung friedensfördernder Wertvorstellungen beeinflussen lassen. Der 2011 veröffentlichte „Bericht über die kulturellen Dimensionen der auswärtigen Politik der EU“ schreibt zudem der Kultur ausdrücklich Aufgaben in der Friedensförderung und Krisenprävention in einer gemeinsamen EU Außen- und Sicherheitspolitik im Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) zu: „Künstlerische Ausdrucksformen werden zunehmend als konstruktive Formate zur Konflikttransformation wahrgenommen. Sie bergen das Potential, nachhaltig kulturelle Gewalt zu bearbeiten, Persönlichkeiten heraus zu bilden und durch geeignete Prozessgestaltung einen Rahmen für Beziehungsbildung über die eigene Gruppe hinaus bereitzustellen. Gerade in schwer zu bearbeitenden, mit Mythen umwobenen Identitätskonflikten könnte die Kraft der ästhetischen Ausdrucksform und der gestalterischen Tätigkeit versteifte, destruktive Verhaltensmuster und Denkungsarten wirksam in Angriff nehmen und tief im kollektiven Gedächtnis eingravierte Stereotype und Vorurteile der Anderen transformieren.“

Hier lesen Sie mehr: http://www.ifa.de/fileadmin/pdf/zivik/AK_Kultur_Konflikt.pdf 


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