Small Talk ist ein wunderbarer Eisbrecher

Newsletter August 2012

istock-000020733769medium.jpgGlaubt man erfahrenen Kommunikationstrainern, hat die zwanglose Plauderei in Deutschland einen schweren Stand. Hierzulande gilt Small Talk als oberflächlich, ein Gespräch muss in die Tiefe gehen, ein Ziel verfolgen oder schnell zur Sache kommen. Doch unterschätzt, wem es bei einem Meinungsaustausch immer gleich um den Sinn des Lebens geht, welche Bedeutung in der übrigen Welt die kunstvolle Unterhaltung hat. Dort kommt man sich plaudernd näher – und dann macht man Geschäfte.
Im Land der Dichter und Denker muss es immer um Substanz gehen, am Besten gleich ums große Ganze. Doch gilt längst: Wer im Business erfolgreich sein will, muss Small Talk können! Dieser scheinbar simplen Erkenntnis sollte folgen wer außerhalb unserer Landesgrenzen Geld verdienen will. „Deutsche Managerinnen und Manager müssen lockerer werden!“ fordert Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International, „der Zweck des Smalltalks besteht darin, die bestehende Distanz zu verringern und die Kontaktaufnahme zu vereinfachen.“ Seine Fähigkeiten in der interkulturellen Kommunikation zu verbessern bedeutet dabei, andere kulturelle Verhaltensweisen und Werte zu erkennen. Nur auf diesem Weg gelingt Kommunikation über Kulturgrenzen hinweg. Doch Deutsche im Ausland sind bekannt für  die Demonstrationen ihrer hohen Sachkompetenz. Das jedoch kommt in vielen anderen Ländern nicht gut an, auch nicht im geschäftlichen Leben. Business wird vielerorts als persönliche Beziehung angesehen, bei der nicht nackte Zahlen, klare Fakten und gute Expertise dominieren. Diese Einstellung ist vorherrschend in asiatischen, südeuropäischen und südamerikanischen Ländern. Wer hier gleich mit dem Geschäftlichen ins Haus fällt, hat schnell schlechte Karten. Doch die die Kunst des leichten Gesprächs will gelernt sein.Natürlich bestehen, von Land zu Land verschieden, ungeschriebene Gesetze für Smalltalk-Themen. Tabuthemen sind weltweit Fragen zur Religion und politischen oder gesellschaftlichen Schwierigkeiten. Auch Krankheiten oder Fragen zu Tod und Sexualität sollte man nicht zum Gegenstand des Gesprächs machen. In vielen Ländern werden überdies klar formulierte Ablehnung, Kritik oder deutlicher Widerspruch als unhöflich. Wichtiger ist Harmonie. Wenn man die Meinung des Gesprächspartners nicht teilt, sollte man dies diplomatisch verpacken.

Zum Wetter darf jeder eine eigene Meinung haben

Smalltalk lockert eine Begegnung auf. Ein entspannter Einstieg in ein Meeting signalisiert das Interesse am Gegenüber, auch wenn es um scheinbar belanglose Themen wie die Anreise oder das Hotel geht. Der unangefochtene Klassiker ist hier das sprichwörtliche Reden über das Wetter. Dazu kann überall auf der Welt jeder eine Meinung haben – und Meinungsverschiedenheiten und verschiedene Einschätzungen und Prognosen sind unabhängig vom Status erlaubt. Das Wetter ist immer ein guter Gesprächseinstieg – Smalltalkprofis bringt er anschließend zu persönlicheren Themen. Smalltalk ist laut Duden eine „leichte, beiläufige Konversation“, die Definition des irischen Dichters Oscar Wilde lautete „Small Talk ist die Kunst, alles zu berühren und nichts zu vertiefen!“ Doch Smalltalk kann noch mehr: Wenn man nämlich erkennt, dass es keine Basis für engere Kontakte oder gemeinsame Geschäfte gibt, kann man in diesem „Rückzugsgebiet“ das Gesicht wahren. Konflikte müssen dann gar nicht erst thematisiert werden – auch dies ist eine hohe Form der Diplomatie! Weil Smalltalk seinem Wesen nach unverbindlich ist, entscheidet jeder, was er von sich preisgeben will. „Außerdem erfolgt der Austausch von Informationen zu über 70 Prozent über den Blickkontakt, die Mimik, die Gesten und den Klang der Stimme“, weiß Katrin Brass, Leiterin des Bereichs Interkulturelles Training beim Kommunikationsdienstleister Fix International in Hamburg, „ein Lächeln hat dabei noch nie geschadet!“ Gestaltet man seinen Auftritt freundlich und unbefangen, ist schnell das Eis gebrochen. Mit einer zugewandten Körperhaltung, aktivem Zuhören und dem Ausredenlassen des Gegenübers wird man überall Erfolg haben. Smalltalk ist der Eisbrecher bei Verhandlungen. Menschen, die authentisch plaudern können und nicht sofort mit ihrer Sachkompetenz auftrumpfen, bleiben in bester Erinnerung. Zwar ist fachliche Kompetenz für jeden Beruf  und für jeden geschäftlichen Erfolg unerlässlich. Doch Karriere macht, wer ein amüsantes Gespräch zu jedem denkbaren Thema souverän zu führen in der Lage ist. Auch auf diesem Weg kann man  seinem Gegenüber viel über die eigene Persönlichkeit, seinen Status und den privaten und beruflichen Hintergrund vermitteln.
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