Internationale Kooperation- MICHAEL WENDT - "Ich habe in Indien viel Freundlichkeit erlebt!"

Newsletter April 2012

Michael Wendt, Newsletter Fix International Servces, Interkulturelle KompetenzMichael Wendt (Jahrgang 1947) wuchs im Hamburger Stadtteil Rotherbaum auf, wo er 1968 für rund 30 Jahre die legendäre Tanzschule Wendt seiner Eltern übernahm. Generationen von Hamburgern lernten dort Walzer, Rumba und Foxtrott. „Irgendwann hatte ich genug vom Tanzlehrerdasein und startete 1993 mit meinen eigenen Tanzveranstaltungen“, sagt Michael Wendt, Geschäftsführer der Eventagentur EwendtS GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Organisation von Spezial-Veranstaltungen spezialisiert. Hierzu gehören Länder- und Landespräsentationen. Darüber hinaus organisiert EwendtS Bälle, Galas, Jubiläen, Parties, Firmen-Events, Get togethers, Konzerte und arbeitet national und international mit renommierten Caterern, Hotels, Ausstattern, Konzertdirektionen und Spezial-Agenturen zusammen. 2012 ist das „Indienjahr“ in Deutschland, eingeläutet wird das Indienjahr „Days of India – Connecting Cultures“ auf dem größten norddeutschen Volksfest, dem 823. HAFENGEBURTSTAG HAMBURG 2012. Michael Wendt hat das offizielle Programm der Länderpartnerschaft im Auftrag der Stadt Hamburg organisiert.
Rubrik: Interview mit Michael Wendt

Herr Wendt, Sie organisieren seit vielen Jahren das Programm der Länderpartnerschaften des Hamburger Hafengeburtstags. 2012 ist Indien das Partnerland. Worauf können sich die Besucher freuen?

Michael Wendt: Es wird ein farbenfrohes Spektakel! Es gibt Tanzvorführungen, die Besucher können im gastronomischen Bereich die facettenreiche indische Küche kennen lernen und schließlich wird vor ihren Augen wertvolles Kunsthandwerk gefertigt. Aber auch das indische Gesundheitswesen stellt sich vor, mit Yoga-Darbietungen und Ayurveda–Demonstrationen, bei denen das Publikum das Wesen der traditionellen indischen Heilkunst kennen lernen.

Wie lief die Vorbereitung ab? Waren Sie auch in Indien?

Michael Wendt: Selbstverständlich! Ich war dort in der Hauptstadt Delhi und in Mumbai, sowie in Rajasthan und habe mit vielen Ministerien gesprochen, die Veranstaltung und das Indienjahr 2012 werden dort sehr ernst genommen. Obwohl ich vor zwanzig Jahren schon mal in Indien war, betrat ich dieses Mal Neuland. Zwar klingt es merkwürdig, Indien hat sich in dieser Zeit völlig verändert – und ist andererseits so geblieben, wie ich es noch kannte. Denn dort, wo die Moderne noch nicht Einzug gehalten ist, ist alles so wie früher. Ganz anders sieht es in den Großstädten aus. Es gibt Clubs, Hotels und ein Großstadtfeeling wie in jeder anderen Metropole in der Welt.  

Sie sind Vizepräsident und „Man of the Decade“ der International Dance Organisation (IDO). Die IDO ist der größte Welttanzverband für aktuelle und moderne Tänze mit 67 Mitgliedsländern. Wohin geht der Trend?

Michael Wendt: Bei den jungen Leuten in der Altersgruppe bis 20 ist immer noch Hip-Hop angesagt.  Insgesamt sind lateinamerikanische Tänze stark in Kommen, etwa Meringue oder Salsa. Und der Tango wird sich weiter durchsetzen. In Indien wird Bollywood getanzt, eine Mischung aus orientalischem Bauchtanz, regionalen Volkstänzen, Jazz und Modern Dance.

Hat die Globalisierung das Tanzen verändert?

Michael Wendt: Sicher! Die professionellen Tänzer messen sich jetzt häufiger mit denen aus anderen Nationen. Außerdem ist Fliegen günstiger geworden, die jungen Leute reisen heute viel mehr. Und auch das Ende der Blöcke nach dem Untergang der Sowjetunion hat die Tanzkultur verändert. Die ehemaligen Blockstaaten haben viel voneinander gelernt. Ich bin wirklich glücklich, in eine so geschichtsträchtige Zeit hineingeboren worden zu sein, in der ich so positive Entwicklungen miterleben durfte. Die Generation meiner Eltern hatte es in der Kriegs- und Nachkriegszeit viel schwerer.

Gab es Überraschungen, als Sie in Indien unterwegs waren, um den Hafengeburtstag vorzubereiten?

Michael Wendt: Eigentlich nicht. Weil ich in Asien bei der Kommunikation sehr genau darauf achte, nicht als Deutscher wahrgenommen zu werden, der Anderen den Lauf den Welt erklären will. Deshalb versuche ich, den Partner das Gespräch leiten zu lassen. So erfahre ich, worum es ihm geht. Auf diesem Weg baue ich Vertrauen auf – und das macht alles im Leben leichter. Bevor ich nach Indien gefahren bin, habe ich natürlich viel über das Land gelesen, die Kultur und seine Geschichte. Als ich dann unterwegs war, hatte ich immer Begleitung durch die deutsche Botschaft, auch das war hilfreich.  

Manchmal wird im Zusammenhang mit Indien die Frage gestellt: Tiger oder Elefant? Was ist Ihre Meinung?

Michael Wendt: Der Tiger ist mir zu aggressiv. Ich habe in Indien viel Freundlichkeit erlebt. Die Menschen sind sehr aufmerksam, oft liebenswürdig.

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