Onboarding International: „Immer cool bleiben!“

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fix-nl-37-onboarding-manager-daniel-gau-061014.jpgDaniel Gau, studierter Diplom-Kaufmann, ist Onboarding Manager bei Goodgame Studios. Goodgame Studios ist ein deutsches Spielesoftwareunternehmen mit Sitz in Hamburg, das sich auf die Entwicklung von „Social Online-Games“ und „Mobile Games“ spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde im Juni 2009 von den Brüdern Christian und Kai Wawrzinek gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen über 1000 Mitarbeiter.
Herr Gau, warum braucht ein Unternehmen einen Onboarding Manager?

Daniel Gau: Als internationales Unternehmen beschäftigen wir mittlerweile Kollegen aus 50 verschiedenen Nationen, ein Drittel der Neueinstellungen stammt aus Ländern wie Spanien, Italien, Brasilien, Russland oder China. Wir sind sehr stolz auf diese Vielfalt und möchten jedem einzelnen einen guten Start in Hamburg ermöglichen. Wir tun alles, damit jeder Einzelne der vielen Kollegen, die monatlich neu anfangen, einen optimalen Start in Hamburg hat, sich schnell einlebt und dauerhaft wohlfühlt bei uns.

Wie erleben die Neulinge diese Situation?

Daniel Gau: Viele erleben einen kleinen Kulturschock, wenn sie nach Deutschland kommen. Zusätzlich werden sie vor die Wohnungssuche und bürokratische Hürden gestellt, die unmöglich allein zu bewältigen scheinen. Da vergeht dem ein oder anderen gar die Lust auf den Start in Deutschland.

Eine Situation, die auch viele deutsche Expats leidvoll erlebt haben!

Daniel Gau: Genau! Um das zu verhindern, kümmert sich unser Onboarding Team um Neuankömmlinge aus dem Ausland. Unsere Service stellt sicher,  dass die neuen Mitarbeiter gut starten und, von organisatorischen Fragen entlastet, möglichst schnell mit voller Energie aktiv werden können. Aber viele neue Kollegen haben schon reichlich internationale Erfahrung, wenn sie zu uns kommen, etwa ein begeisterter Spieleentwickler. Ursprünglich kommt er aus Bulgarien, studiert und gearbeitet hat er unter anderem in Göteborg und München. Mittlerweile arbeitet bei uns in Hamburg als Junior Client Developer für Empire.

Worin genau besteht Ihre Tätigkeit?

Daniel Gau: Wir übernehmen Anmeldeprozesse bei der Stadt, holen Arbeitsgenehmigungen ein, unterstützen bei der Wohnungssuche und helfen bei individuell auftretenden Probleme. Die Aufgaben des Teams sind breit gefächert und beginnen bereits vor dem Arbeitsbeginn der neuen Mitarbeiter mit bürokratischen Angelegenheiten, Hilfe bei der Organisation des Umzugs, Suche nach einer Bank und Versicherungen, Kindergarten oder Schule – denn manch einer kommt mit der gesamten Familie hierher. Es ist existenziell, dass sich auch der Partner oder die Partnerin und die Kinder bei uns in Hamburg wohl fühlen.

Und wie sieht die Unterstützung im Unternehmen aus?

Daniel Gau: Am ersten Arbeitstag nehmen alle neuen Mitarbeiter an einer Willkommensveranstaltung teil. Einige Tage später folgt der Starters Lunch. Hier können die Neustarter sich bei leckeren Bagels über die ersten Eindrücke zu Goodgame Studios und Hamburg austauschen, sich besser kennenlernen sowie Kontakte über die eigene Abteilung hinaus knüpfen.

Gehört zu der Unterstützung auch ein Mentor?

Daniel Gau: Ja, jedem neuen Mitarbeiter wird ein Buddy aus seinem Team zur Seite gestellt. Dieser hilft dem neuen Kollegen sich zurecht zu finden und steht für Fragen bereit. Das können fachliche, aber auch persönliche Fragen sein.

Gibt es auch gemeinsame Unternehmungen?

Daniel Gau: Jedem Team steht pro Quartal ein Budget für gemeinsame Unternehmungen zur Verfügung.

Worin besten solche Unternehmungen?

Daniel Gau: Regelmäßige Mitarbeiter-Events, etwa gemeinsames Kochen oder das Betriebssportprogramm helfen, dass man sich trotz großem Personalzuwachs untereinander kennt. Die systematische Förderung eines Wir-Gefühls verschafft neuen Mitarbeitern aus dem Ausland gute Anknüpfungspunkte, die es ihnen erleichtert, sich einzuleben und Beziehungen aufzubauen.

Vielfalt oder Diversität sind für Personalverantwortliche in Unternehmen heute vielbenutzte, oft überstrapazierte Schlagworte ohne Inhalt. Was versteht man bei Goodgames Studios unter Vielfalt?   

Daniel Gau: Bei uns wird Vielfalt gelebt, wir sind 1.000 Mitarbeiter aus über 50 verschiedenen Nationen und 30 Prozent ausländische Kollegen. Das verstehen wir unter Vielfalt!

In welcher Sprache kommunizieren die Mitarbeiter bei der Arbeit?

In den meisten Büros wird Englisch gesprochen. Aber natürlich bietet das Unternehmen kostenlose Deutschkurse. Doch bis die Sprachkenntnisse ausreichend sind, soll sich niemand ausgeschlossen fühlen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen eines Onboarding Managers und welche persönlichen Qualitäten sollte er mitbringen?  

Daniel Gau: Er sollte über interkulturelle Offenheit verfügen. Und es muss klar sein, dass Menschen grundsätzlich unterschiedliche Erwartungen haben. Man muss über eine überdurchschnittliche Portion Empathie und Hilfsbereitschaft verfügen, die Menschen brauchen wirklich Unterstützung! Und dann gehört natürlich auch eine gehörige Portion Geduld dazu – immer cool bleiben..!

Welche Ausbildung empfehlen Sie Menschen, die sich in diesem noch neuen Berufsfeld engagieren wollen?

Daniel Gau: Grundsätzlich sollte eine Dienst- und Servicebereitschaft vorhanden sein. Ein interkultureller Kommunikationstudiengang kann hilfreich sein, ist aber nicht Bedingung. Sprachkenntnisse sind wichtig. Hervorragende Englischkenntnisse sind Pflicht, jeder weitere Sprache ist gut. Denn jeder Mensch freut sich, wenn er ein Stück Heimat findet!


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