Interkulturelle Trainings für Flüchtlingshelfer

Oktober 2015

e48411c9b89b23bb5b85939c389faae4.140x10000x0.jpgJeden Tag errichten in den letzten Wochen Hunderte Flüchtlinge Deutschland. Dass diese zumeist, trotz der großen Anzahl, zumeist ohne größere Schwierigkeiten in die entsprechenden Aufnahmeeinrichtungen verteilt werden konnten, lag auch an den zehntausenden ehrenamtlichen Helfern, die sich kümmerten. Häufig geschah dies bereits bei der Ankunft an Bahnhöfen, anschließend dann in den häufig provisorisch errichteten Aufnahmeeinrichtungen.
Doch neben oft auftretenden Sprachproblemen wurden die Beteiligten mit kulturellen Unterschieden konfrontiert. Respekt, Gelassenheit und die Anerkennung von kultureller Vielfalt verhilft zum besseren Zugang zu Menschen fremder Herkunft. Die Arbeit mit Flüchtlingen wird erleichtert durch Mehrsprachigkeit. Doch um Hürden besser überwinden zu können, unterstützen immer mehr Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz oder der Caritasverband die ehrenamtlichen Helfer, indem sie Einführungen und Trainings zur Verbesserung der interkulturellen Kompetenz anbieten. 

Durch solche Schulungen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, wie und warum Streitigkeiten und Missverständnisse aufgrund unterschiedlicher Herkunftskulturen entstehen können und welche Möglichkeiten es gibt, solche Konflikte zu verhindern oder zu lösen. Notwendig ist es, zumindest in groben Zügen die Grundlagen der Kulturen der Flüchtlinge zu kennen. Aber auch die Basics der eigenen Werte, Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster sollten klar sein, um die erforderliche Fähigkeit zur Selbstreflexion herzustellen. 

Notwendige Erlaubnis des Ehemanns bis 1977  

Auch sind jüngere Menschen immer wieder erstaunt über das massiv geänderte Frauenbild in der deutschen Kultur in den letzten Jahrzehnten. So musste noch bis 1977 eine verheiratete Frau grundsätzlich ihrem Arbeitgeber eine schriftliche Erlaubnis ihres Mannes vorlegen, wenn sie außerhalb der eigenen vier Wände arbeiten wollte.  

Neben den theoretischen Teilen, in denen die Dozenten auf die unterschiedlichen Gründe für Migration und unterschiedliche interkulturelle Kommunikationsformen eingehen, empfehlen sich auch konkrete Fallbeispiele. Vielfach werden diese aus eigenem Erleben der Trainingsteilnehmer beigesteuert und dann in Rollenspiele zu Stärkung der eigenen Praxisfähigkeit umgesetzt.

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