Deutschland glänzt mit vielfältiger Kunst- und Kulturlandschaft

Oktober 2015

31-10-2011unesco.jpgDie UNESCO-Generalkonferenz verabschiedete am 20. Oktober 2005 auf der 33. UNESCO-Generalkonferenz in Paris die „Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“. Das Übereinkommen soll die völkerrechtliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eigenständige Kulturpolitik schaffen und zur globalen Kulturkooperation beitragen. 2015 feierte die Vereinbarung erfolgreiches Jubiläum.
Unter kultureller Vielfalt wird die Existenz vielfältiger Identitäten und Kulturen innerhalb und zwischen menschlichen Gruppen und Gesellschaften verstanden, die zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz und besserem gegenseitigen Verständnis führen soll. Dabei gilt bei der „Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt der Vereinten Nationen“ die Überzeugung, dass kulturelle Vielfalt eine bedeutsame Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität ist, die für die Menschheit ebenso wichtig ist wie die biologische Vielfalt für die Natur. Die UNESCO-Konvention trat am 18. März 2007 in Kraft, Deutschland ratifizierte die Vereinbarung am 12. März 2007. Zugleich gehörte Deutschland von Beginn an zu den stärksten Befürwortern des Übereinkommens. Die UNESCO-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen feierte folglich am 20. Oktober 2015 zehnjähriges Jubiläum feiern, als weltweit wichtigstes Rechtsinstrument zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur. Insgesamt 140 Länder und die Europäische Union haben die Konvention ratifiziert. Nahezu alle OECD-Staaten, alle EU-Mitgliedstaaten sowie zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländer nutzen sie als Rahmen, um weltweit Kultur zu schaffen, zu produzieren und zu verbreiten.   Für die deutsche Kultur- und Medienpolitik ist das UNESCO-Instrument wegweisend, verfügt Deutschland doch über eine der weltweit vielfältigsten Kunst- und Kulturlandschaften. Das gilt beispielsweise für die Orchester- und Theaterdichte und für die Nutzung von Bibliotheken- und Museen. Darüber hinaus sind zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen nicht nur professionelle Künstler aktiv, nicht nur in den Metropolen, sondern auch in der Provinz. „Darüber hinaus stehen auf den Bühnen des Landes stehen Tag für Tag hunderttausende Freizeitsänger, Musiker und Schauspieler!“ führt Bettina Kertscher aus, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International. Sie ergänzt: „Das Leistungsspektrum ist beeindruckend!“ 

98 Prozent des Welthandels in Kunst und Kultur wickeln die Industriestaaten ab 

Festivals aller Sparten, Kunst- und Buchmessen sind Merkmale einer lebendigen Kulturlandschaft. Darüber hinaus gehen internationale Kooperationen, die Künstler, Produzenten, Verleger und die Zivilgesellschaft aufgebaut haben. Aus diesem Grund initiierte die Deutsche UNESCO-Kommission eine „Bundesweite Koalition Kulturelle Vielfalt“. Diese begleitet seitdem in Deutschland den Prozess der Ausarbeitung und der Umsetzung der UNESCO-Konvention und führt Projekte zur Stärkung kultureller Vielfalt in Deutschland, Europa und der arabischen Region durch.  

Prof. Dr. Karin von Welck, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission, bilanzierte: „Die Leistungsbilanz der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt kann sich sehen lassen. Und Deutschland spielt eine zentrale Rolle bei ihrer Umsetzung. Wir tragen beispielsweise durch ein beeindruckendes Portfolio künstlerischer Koproduktionen mit Entwicklungsländern zur Beseitigung des Nord-Süd-Gefälles beim internationalen Kulturaustausch bei.“ Und ihr Blick geht in die Zukunft: „Wir dürfen uns keineswegs zurücklehnen. Denn die kulturelle Vielfalt des Jahres 2050 und ihre Produktionsbedingungen im Zeitalter der Digitalisierung können wir heute nur erahnen. So ist zum Beispiel die Rolle öffentlicher Mediendienste in den nächsten zehn Jahren für die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen absolut zentral. Hier gilt es, gezielt zu investieren. Die UNESCO-Konvention wird uns helfen, auch künftig maximale Entwicklungsfreiheit zu garantieren.“  

In den nächsten Jahrzehnten soll durch die UNESCO-Konvention weltweit die kulturelle Vielfalt weiter gestärkt werden. Dabei gilt heute, dass 98 Prozent des Welthandels in Kunst und Kultur noch immer wesentlich unter den Industriestaaten abgewickelt wird. Zum Abbau dieser Ungleichheiten sollen verstärkt Kooperationen und Koproduktionen mit Ländern des Südens beitragen. Und auch die internationale Mobilität von Künstlern soll verbessert werden. Obwohl diese zwar zunehmend von Fördermaßnahmen und dem digitalen Wandel profitieren, müssen sie heute noch große Hindernisse bei der Arbeit im Ausland bewältigen. Hier sollen durch eine in der UNESCO-Konvention festgeschriebene Vorzugsbehandlung künftig Fortschritte erzielt werden.      


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