Unser Buchtipp: Ismail Kadare. Die Schleierkarawane.

Oktober 2015

fix-nl-43-cover-literatur-schleierfrau-221015.jpgEin kleiner Beamter, der noch nie eine unverschleierte Frau gesehen hat, soll auf Befehl des Sultans eine halbe Million Schleier in die unterworfenen Provinzen auf dem Balkan bringen. Die Schönheit der Frauen, die ihre Gesichter nicht verstecken, erschüttert sein Weltbild, und ein gefährlicher Kummer schleicht sich in sein Herz. In drei außerordentlichen Erzählungen wird die grausame Logik totalitärer Macht offenbar, die bis in die kleinsten Winkel des osmanischen Reiches hineinwirkt, ob sie nun die seelischen Regungen des Einzelnen ausspäht, oder gleich die gesamte Elite eines rebellischen Satellitenstaates auslöscht. Ismail Kadare, der „Homer Albaniens“, vermischt Mythos und Geschichte. Hintergründig lakonisch und raffiniert.
Der Autor: Ismail Kadare, Albaniens berühmtester Autor, wurde 1936 in der südalbanischen Stadt Gjirokastra geboren und studierte in der Hauptstadt Tirana und anschließend am Gorki-Institut in Moskau. Bis 1990 lebte er in Tirana. Der Durchbruch als Autor gelang ihm mit dem Roman „Der General der toten Armee“, in Frankreich anschließend mit Marcello Mastroianni verfilmt. Seine Romane sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Er lebt heute mit seiner Familie in Paris.

Presse: "Die suggestiv erzählten Geschichten sind eine aparte Mischung aus ›Tausendundeiner Nacht‹ und politischer Konterbande.'“ (DIE ZEIT) „Großartig ist Kadare immer dann, wenn er sich aus dem konkret Historischen löst, wenn seine klaustrophobischen, albtraumhaften Innenräume etwas Dämonisches, Existentielles gewinnen.“ (Deutschlandradio Kultur)

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