Newsletter November 2013

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Wer hat dem Moses Hörner aufgesetzt?

Besucht man in Rom die Kirche San Pietro in Vincoli in der Nähe des Kolosseums, gehört dort die Statue eines bärtigen Mannes zu den meistbestaunten Touristenmagneten. Es handelt sich um die Darstellung des Moses, vom großen Michelangelo (1475 bis 1564), in weißen Carrara-Marmor gehauen. Die Mosesstatue gilt als eines der wichtigsten Werke des Michelangelos und zeigt Moses in dem Augenblick, als er die Israeliten beim Tanz um das goldene Kalb findet. Die Besonderheit: Auf seinem Kopf befinden sich zwei Hörner. Warum aber hat Michelangelo der biblischen Gestalt, der die Israeliten aus Ägypten führte, Hörner aufgesetzt? Kleine Ursache – große Wirkung: es war ein Übersetzungsfehler! Denn eigentlich hätte das Haupt des Moses nicht von Hörnern, sondern als von Strahlen umgeben gezeigt werden müssen…weiterlesen

Unser Buchtipp: Kathrin Aehnlich. Wenn die Wale an Land gehen.

Roswitha Sonntag reist nach New York. Sie ist gerade geschieden worden, und es war die Frage ihres Mannes, die den Ausschlag für die Reise gegeben hat: „Warum hast du eigentlich Mick nie besucht?“ Mick war im Studium ihr bester Freund und der Mittelpunkt ihrer Clique, die damals in den 80er-Jahren in Leipzig unzertrennlich war und unbesiegbar. Gemeinsam nutzten sie die kulturellen Freiräume, die sich in einem Land öffneten, das langsam in Agonie versank. Sie fotografierten, drehten Filme mit einer russischen Super-8-Kamera, führten eine Rock-Oper auf, und die Musik aus dem Feindesland Amerika lieferte den Soundtrack dazu. Als sie am Ende des Studiums in einen Alltag zurückgeworfen werden, den sie so nie leben wollten, tauchen merkwürdige Leute bei ihnen auf. Zuerst lachen sie darüber und geben den Genossen den Namen „Handwerker“. Aber die Handwerker verstehen ihr Handwerk, und nicht jeder kann ihnen standhalten.weiterlesen