FIT-Stellungnahme zum Übersetzen per Crowdsourcing

Juni 2015

d0fe50ccb6de5896d2195c95b60d1706.140x10000x0.jpgDer Bedarf an Übersetzungen wächst weltweit, Experten prophezeien, dass sich der Übersetzungsmarkt von 2010 bis 2020 um über 40 Prozent vergrößern wird. Auch deshalb kommt der Frage nach der künftigen Bedeutung des Übersetzens per Crowdsourcing im nichtprofessionellen Bereich eine besonders Rolle zu. Crowdsourcing, ein neuer Begriff, der 2006 vom amerikanischen Journalisten Jeff Howe (Wired Magazine) geprägt wurde, der ihn in seinem Artikel „The Rise of Crowdsourcing“ verwandte. Übersetzen per Crowdsourcing beschreibt die Fremdvergabe (das „Outsourcing“) von Leistungen an eine größere Gemeinschaft („crowd“).
Meist sind dies Freiwillige oder geringfügig bezahlte Kräften mit unterschiedlichen Qualifikationen. Crowdsourcing wird bereits mit steigender Tendenz in Kanada, den USA und auch in Schweden bei bestimmten Übersetzungsprojekten von "Tranlators without Borders" eingesetzt. Ein frühes bekanntes Beispiel für den Einsatz von Crowdsourcing im Übersetzungsbereich ist das soziale Netzwerk Facebook, das weltweit über eine Milliarde Nutzer hat und sich bereits 2007 an seine Mitglieder wandte und um Unterstützung bei der Lokalisierung der Benutzeroberfläche bat. Innerhalb weniger Wochen wurde Facebook durch große Gruppen freiwilliger Übersetzer in mehrere Sprachen übersetzt und anschließend qualitätsgesichert wurde. In einer Stellungnahme des Übersetzerdachverbands FIT wird auf die Vor- und Nachteile von Übersetzungsvergabe per Crowdscourcing hingewiesen. Wird der Arbeitsprozess an eine Gruppe von Internetnutzern ausgelagert und mit Umsicht genutzt, kann dies Vorteile bringen. Dazu zählt die FIT die hohe Geschwindigkeit, die Skalierbarkeit und das Feedback der Nutzer.
 
Crowdsourcing birgt Risiken

Den Vorteilen stehen jedoch erhebliche Risiken gegenüber. Dies gilt besonders für die Sicherung der Qualität, die Vertraulichkeit, den Schutz des geistigen Eigentums und die Zuverlässigkeit. Und auch Zusammensetzung der „Crowd“ birgt, aufgrund der sehr unterschiedlichen Qualifikationen der Crowd-Mitglieder, große Unsicherheiten. 


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