Europäischer Übersetzerpreis Offenburg 2014 vergeben

Newsletter Juni 2014

d0fe50ccb6de5896d2195c95b60d1706.170x10000x0.jpgEin Zitat von Karl Dedecius, dem 1921 geborenen Übersetzer polnischer und russischer Literatur, verdankt der Europäische Übersetzerpreis Offenburg sein anspruchsvolles Motto: „Wenn wir aufhören, uns zu übersetzen, hören wir auf, uns zu verstehen, und dann hören wir auf, miteinander zu leben.“
Am 25. Mai 2014 verliehen die Stadt Offenburg und die Hubert-Burda-Stiftung den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preis zum fünften Mal. Er soll ein Appell für die Anerkennung der enormen Leistung von Literaturübersetzern im Kontext des europäischen Integrationsprozesses sein, versteht sich aber auch als Belohnung an herausragende Übersetzer der Literatursparten Prosa und Lyrik, die mit einem außergewöhnlichen Sprachgefühl und Kulturverständnis literarische Werke eines europäischen Landes in die deutsche Sprache übersetzt haben. Die einstimmige Entscheidung der Findungskommission für das Preisverleihungsjahr 2014 fiel auf die Literatursprache Spanisch. So stellen die Juroren zum ersten Mal eine Sprache in den Fokus, deren Bedeutung weit über den europäischen Sprachraum und somit Literaturraum hinausreicht. Als Weltsprache wird spanisch gegenwärtig von 500 Millionen Menschen als Primär- bzw. Sekundär-Muttersprache gesprochen.Den Hauptpreis in Höhe von 15.000 Euro erhält der Literaturübersetzer Christian Hansen (*1962 in Köln) für seine große sprachliche wie kulturelle Sensibilität seiner Übersetzungen bedeutender spanischer und lateinamerikanischer Literaturwerke. Der Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro geht an den Übersetzer und Experten der zeitgenössischen lateinamerikanischen Literatur Matthias Strobel (*1967 Gernsbach).

„Die Kommission trug mit dieser Entscheidung vor allem der Sonderrolle Spaniens innerhalb der EU, als politischem wie kulturellem Bindeglied und Botschafter Europas nach Lateinamerika, Rechnung und brach damit eine Lanze für jene Literaturübersetzer, die als 'Hispanisten' die Kunst der kulturellen 'Zweisprachigkeit' virtuos beherrschen“, so Edith Schreiner, Oberbürgermeisterin der Stadt Offenburg.

Der in Deutschland lebende spanische Autor Fernando Aramburu hielt die Festansprache. Die Laudatio und Verleihung des Hauptpreises übernahm Paul Ingendaay, der seit 1998 als Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Madrid lebt.  

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