Unser Buchtipp: Gernot Wolfram. Das Wüstenhaus.

Newsletter Juni 2011

Das Wüstenhaus, Gernot Wolfram, Buchtipp Fix International ServicesAuf einer Ferieninsel in Tunesien wird im Frühjahr 2002 ein Anschlag auf eine alte Synagoge verübt, bei dem mehrere deutsche Touristen ums Leben kommen. Fünf Jahre später erreicht einen Journalisten in Berlin ein Anruf. „Er nahm den Hörer ab und fragte, mit wem er spreche, ohne sofort eine Antwort zu erhalten. Die zögerliche Frauenstimme am anderen Ende der Leitung war leise, und dennoch war jedes ihrer Worte in der Folge so klar und deutlich zu verstehen, als würden sie ihm ins Ohr geflüstert. Die Frau sprach mit kurzen, stockenden Pausen. Ihre Stimme war weder aufgeregt noch selbstsicher. Ein vorsichtiges Tasten nach seiner Aufmerksamkeit war in ihr zu hören, ohne jegliche Geräusche der Provokation oder Überredung, die ihm von unzähligen Anrufen ähnlicher Art vertraut waren.“ Die junge Frau am anderen Ende der Leitung behauptet, sie müsse ihn dringend sprechen, denn er habe den Tod ihrer Eltern verschuldet… Fünf Jahre zuvor sind er und das junge Mädchen sich zum ersten Mal begegnet: auf der Insel Djerba. „Wolfram interessieren nicht so sehr die Verhältnisse vor Ort. Ihn interessiert der umgekehrte Blick: der Blick des Westens auf die muslimische Welt, samt blinder Flecken und den möglichen fatalen Konsequenzen,“ fasste die Rezensentin des Deutschlandfunk ihr Leseerlebnis zusammen. Mit der ihm eigenen „verblüffenden Leichtigkeit“ der Sprache (DIE ZEIT) erzählt Gernot Wolfram in seinem zweiten Roman vom Zauber des Südens und dem mutigen Versuch eines jungen Mädchens, mit den Folgen eines schicksalhaften Zufalls fertig zu werden. Das Wüstenhaus ist die Geschichte einer Konfrontation zweier vollkommen unterschiedlicher Menschen auf der Suche nach sich selbst, inmitten einer ihnen fremd bleibenden Kultur. Gernot Wolfram, 1975 in Zittau in Sachsen geboren, arbeitet als Autor und Publizist und lehrt an verschiedenen Hochschulen. 1995 erhielt er den Landespreis für deutsche Sprache und Literatur Baden-Württemberg, 2002 den Walter-Serner-Preis. 2003 erschien bei DVA sein Erzählungsband „Der Fremdländer“ und 2005 sein Debütroman „Samuels Reise“. Deutsche Verlagsanstalt 2011, 216 Seiten, Euro 19,99


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