Unser Buchtipp: Maja Haderlap. Engel des Vergessens.

Newsletter Juli 2011

Engel des Vergessens, Maja Haderlap, Buchtipp Fix International ServicesFür das Werk erhielt die Kärntner Slowenin Maja Haderlap den Ingeborg Bachmann-Preis 2011, einen der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Das preisgekrönte Romandebüt der 50-Jährigen erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes. Erinnert wird eine Kindheit in den Kärntner Bergen. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. In den Wald zu gehen hieß eben „nicht nur Bäume zu fällen, zu jagen oder Pilze zu sammeln“. Es hieß, sich zu verstecken, zu flüchten, sich den Partisanen anzuschließen und Widerstand zu leisten. Wem die Flucht nicht gelang, dem drohten Verhaftung, Tod, Konzentrationslager. Maja Haderlap, geb. 1961 in Eisenkappel/Zelena Kapla (Österreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Sie war Redakteurin und Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift "Mladje", arbeitete am Institut für vergleichende Literaturwissenschaft in Klagenfurt und war Chefdramaturgin am dortigen Theater. Wallstein Verlag, 288 Seiten, Euro 18,90


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