Dolmetscher helfen in Krankenhäusern bei Sprachproblemen

Newsletter Januar 2014

rubrik-ueberetzungen.jpgWenn in Krankenhäusern Patienten oder Ärzte die deutsche Sprache nicht beherrschen, kann Kommunikation nicht gelingen. Lebensgefährliche Komplikationen können die Folge sein. Seit einigen Jahren sorgen deshalb in der nordrhein-westfälischen Stadt Duisburg versierte Dolmetscher für die Lösung solcher Probleme. In einigen Kliniken bestehen bereits hauseigene Dolmetscherdienste. In der St.-Johannes-Klinik in Hamborn wurde bereits 2006 der NRW-weit erste hausinterne Dolmetscherdienst gestartet. 15 Klinikmitarbeiter, aus der Türkei, Frankreich, den baltischen Republiken, Russland und Indien, können dort von den behandelnden Ärzten hinzugerufen werden. Das kommt vor allem türkischsprachigen Patienten zugute, die dort etwa 30 Prozent der Betten belegen.
Kenntnisse über kulturelle Unterschiede erforderlich

Vor allem, wenn Patienten über Schmerzen klagen und der Arzt die fremdsprachliche Mitteilung nicht nachvollziehen kann, ist Hilfe erforderlich. Aber auch, wenn ein russischer Facharzt eine Diagnose stellt und der deutsche Patient nicht folgen kann, tut Unterstützung not. Folgt man den Ausführungen des Landesgesundheitsministeriums, leben allein in Duisburg 166.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Und fast 16 Prozent der Klinikärzte kommen dort aus dem Ausland. Grund genug für NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens, die Sprachkompetenzen ausländischer Mediziner durch die NRW-Ärzte- und Zahnärztekammern stärker als bisher prüfen zu lassen. Darüber hinaus fordert der Bundesverband der Dolmetscher (BDÜ), die stärkere Heranziehung von Dolmetschern in Arztpraxen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Kostenübernahme von Dolmetschleistungen durch Krankenkassen.
Zudem weist der BDÜ darauf hin, das zur Qualifikation eines Krankenhausdolmetschers nicht nur die einschlägigen Sprachkenntnisse gehören, sondern auch Kenntnisse über kulturelle Unterschiede. Muttersprachler sind dabei wichtig. Denn mit der Sprache allein ist es oft nicht getan. Erst der Kontext zur Kultur hilft den Ärzten in vielen Fällen weiter, beispielsweise beim genauen Verständnis von Schmerzen und deren Ursachen.   

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