„Respekt ist der Schlüssel zum Erfolg - weltweit!“

Februar 2015

Respekt ist der Schlüssel zum Erfolg, Christian ZechChristian Zech, 1961 in Remscheid geboren, ist ein deutscher Musiker und Kulturmanager. Er wuchs in Eckernförde auf und ging mit 17 Jahren für ein Jahr in Frankreich zur Schule. Nach dem Abitur studierte Gitarre und Gesang in Darmstadt, reiste durch Brasilien und studierte die Musica Popular Brasileira. Zech war Gründungsgeschäftsführer des Vokalensemble Frankfurt. Mit dem Gitarrenduo „Payr & Zech“ gewann er den 1. Preis beim Popnachwuchsfestival der Deutschen Phonoakademie. 1990 organisierte er als Kulturmanager für das Ensemble Modern „Response“, das erste groß angelegte Education-Projekt in Deutschland nach englischem Vorbild. Nach seinem Diplom als Kulturmanager an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg arbeitete er als Assistent der Geschäftsführung bei der Jungen Deutschen Philharmonie in Frankfurt. 1997 machte er sich in Hamburg selbständig. Seither berät er Stiftungen, Theater, Orchester und Wirtschaftsunternehmen im Bereich Kulturmanagement und Musikvermittlung. Seit 2004 lebt er in der Nähe von Stuttgart, arbeitete neben internationalen Kunden u.a. für die Internationale Bachakademie Stuttgart. Sein Stuttgarter Kinderorgel-Projekt wurde 2009 mit dem „junge-ohren-preis ausgezeichnet.“ Christian Zech ist verheiratet und hat vier Kinder, Charlotte, Anton, Emil und Luise.
Herr Zech, worin genau besteht Ihre Tätigkeit?  

Christian Zech: Ich bin als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Formationen und Chören unterwegs, gebe Konzerte und bin als Tourneemusiker aktiv. Im Zentrum steht die Beratung von Stiftungen, Theatern, Orchestern und Wirtschaftsunternehmen im Bereich Kulturmanagement und Musikvermittlung. Eine Tätigkeit, die immer spannender wird!  

Kulturmanager arbeiten häufig an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kunst. Gibt es Gemeinsamkeiten, die alle guten Manager und Lehrer auf der Welt vereint? Egal, ob sie ein Orchester zusammenstellen, ein Unternehmen leiten oder Kinder für ein gemeinsames Musikprojekt begeistern?
 

Christian Zech: Ich bin überzeugt, dass erfolgreiche Manager im 21. Jahrhundert zwei Eigenschaften brauchen. Eine genaue Vorstellung von ihrem Ziel. Und zweitens: Großen Respekt vor den Menschen, mit denen sie dieses Ziel erreichen wollen.  

Was macht die Besonderheit des Kulturmanagements aus?


Kulturmanagement an sich ist kein Selbstzweck und schon gar keine Kunst. Es hat den Inhalten und Erfordernissen der Kunst zu dienen. Erfahrung ist wichtig und nötig, vor allem aber die Bereitschaft, offen und ehrlich die eigene Arbeit ständig zu reflektieren, Schönheitsschleifen ebenso vermeidend wie Schludrigkeiten oder mangelnde Kommunikation z. B. bei zeitlichen Problemen. Ein guter Handwerker macht kein Trara um seine Arbeit und gibt der Kunst den Raum und die Bedingungen, die sie zum Gelingen braucht. Punkt.  

In der globalisierten Wirtschaft hat sich der Begriff der interkulturellen Kompetenz durchgesetzt, um die Grundlagen für erfolgreiche Zusammenarbeit in internationalen Teams zu beschreiben. Können Sie als Kulturmanager mit dem Begriff etwas anfangen?  

Christian Zech: Längst ist es selbstverständlich, dass aus Deutschland stammende Absolventen deutscher Musikhochschulen in Orchestern in Dubai oder Los Angeles engagiert werden. Und genauso ist ein chinesischer Musiker Normalität, der an der Stuttgarter Musikhochschule als Geiger ausgebildet wurde und anschließend als Konzertmeister in Düsseldorf reüssiert. Für gute Orchester ist ein hoher Grad  an Internationalität Alltag und prägt die Wirklichkeit der Berufe. Kollegen aus unterschiedlichsten Nationen arbeiten zusammen. Auch in den Ausbildungsgängen an den Hochschulen ist das längst ein Thema. Fragen zur kulturellen Identität, aber auch dem Einfluss von Kultur auf unser Verhalten sind, neben den musikalischen Fragestellungen, zentrale Merkmale zur Identitätsstiftung. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen unterstützt den späteren Erfolg. Denn das Berufsbild des Musikers ist extrem international besetzt. Egal, ob man Solist wird, Orchestermitglied oder Kulturmanager. Interkulturelle Kompetenz ist für Musiker eine Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert. Übrigens tut uns Deutschen der Einfluss anderer Kulturen gut. Egal ob, dies Manager, Politiker oder Musiker sind.  

Woran denken Sie da konkret?
 

Christian Zech: An die Fähigkeit, sich am Leben und der Schönheit der Welt zu erfreuen. Da können wir von anderen Nationen noch eine Menge lernen, zum Beispiel von den Griechen. Und auch auf musikalischem Gebiet ist lange nachweisbar, dass Austausch der Musik gut tut.  

Können Sie uns ein Beispiel nennen?
 

Christian Zech: Die systematische Auswertung der Bibliothek von Johann Sebastian Bach zeigt, wie sich bei ihm die Internationalität des Musiklebens in Europa spiegelte. Das war für Bach bereits im 17. und 18. Jahrhundert selbstverständlich. Schon als junger Komponist nutzte der Komponist alle sich bietenden Gelegenheiten der intensiven Auseinandersetzung mit italienischer und französischer Musik. Nicht nur bei der Frage nach der formalen Beschaffenheit des musikalischen Materials. Er interessierte sich genau für die  unterschiedlichen Aufführungspraktiken in verschiedenen Ländern. Diese Einflüsse lassen sich nachweisen, sie haben sein Werk bereichert.    

Wovon träumt jemand wie Sie?
 

Christian Zech: Obwohl ich die Vermittlung von Musik seit 20 Jahren übe, fühle ich mich jetzt erst in der Lage, dies gut und verantwortungsvoll zu tun. Verschulte Massenbelehrung ist vielleicht ein Weg. Aber nicht meiner. Es gibt so wenig wirklichen Luxus in dieser konsumflachen Welt. Ich hoffe, mir diesen Luxus einmal leisten zu können: für ein paar Jahre einen Menschen begleiten, beraten, kitzeln und schütteln zu dürfen.    

Sie haben lange in Hamburg gewohnt und leben mit ihrer Familie jetzt in der Nähe von Stuttgart. Gibt es Besonderheiten im Schwabenland, auf die sich Hanseaten vorbereiten sollten, wenn sie längere Zeit in den Süden gehen?
 

Christian Zech: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!     

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