Personalentwickler stärken interkulturelle Kompetenzen

Februar 2015

istock-000040577992.jpgAb 2018 gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Spätestens dann wird der demographische Wandel in den Unternehmen voll durchschlagen. Bereits heute müssen die Weichenstellungen erfolgen, Gewinnung und Bindung von qualifiziertem Personal ist die Existenz sichernde Herausforderung an die Wirtschaft. Es geht um Talente und Personen und um die Gestaltung von Organisationen und Prozesse. Doch umworbene Fachkräfte kennen ihren Wert. Sie werden anspruchsvoller. Die Unternehmen müssen definieren, was sie für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – über die gute Bezahlung hinaus – attraktiv macht. Christian Zech, ein erfahrener Kulturmanager, bringt auf den Punkt, nach welchen Spielregeln künftig in der Kultur, aber auch in der Wirtschaft aufgeschlagen werden wird: „Ich bin überzeugt, dass erfolgreiche Manager im 21. Jahrhundert zwei Eigenschaften brauchen. Eine genaue Vorstellung von ihrem Ziel. Und zweitens: Großen Respekt vor den Menschen, mit denen sie dieses Ziel erreichen wollen!“ (siehe Interview). Der Respekt vor den Menschen jedoch erfordert auch das präzise Wissen um die „DNA“ international zusammen gesetzter Teams und die Mentalität von Kunden und Partnern in fremden Zielmärkten.
Wer mit dem französischen Kollegen in Lyon erfolgreich Vertriebsziele festlegen will oder mit chinesischen Partnern über die Grundlagen eines Joint Ventures pokert und dabei auch Urheberrechte in den Verträgen dokumentieren will, der muss interkulturelle Kompetenz besitzen. Gleiches gilt für die Einschätzung von CV von Bewerbern aus Indien, China oder Russland. Wo liegen die Potentiale, wo die Schwächen? „Interkulturelle Kompetenz erfordert Fähigkeiten, für die Managerinnen und Manager sensibilisiert werden können. Diese Fähigkeiten müssen sie durch entsprechende Vorbereitungen erwerben!“ erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International, „die umworbenen High Potentials erwarten von Unternehmen, dass ihnen diese Möglichkeiten im Rahmen einer vorausschauenden Personalentwicklung geboten werden, eine absolute Employer Branding-Notwendigkeit, eine strategische Maßnahme, ähnlich wie kluges Diversity Management, das Vielfalt unterstützt und nutzt!“  

Mitarbeiter auf künftige Anforderungen vorbereiten  

Das Ziel der strategischen Personalentwicklung besteht darin, die Mitarbeiter auf die aktuellen und künftigen Anforderungen des Unternehmens vorzubereiten. Strategische Personalentwicklung ist Teil der Unternehmensstrategie und leitet sich von der Unternehmensvision und den Unternehmenszielen ab. Absolventen und Fachkräfte, die künftig in die Unternehmen kommen, gehören zur "Generation Y". Nicht mehr nur der berufliche Aufstieg steht ihren Mitgliedern im Fokus. Sondern auch ein persönliches Profil, mit dem sie sich für spätere Aufgaben in der Welt empfehlen können. Doch die Forderung, interkulturell kompetent agieren zu können, erheben nicht nur kluge Personentwickler, die über die Zukunft von Konzernen und mittelständischen Unternehmen mitentscheiden. Auch das Magazin für Musiker und Management „Das Orchester“ widmete dem Thema „Interkulturalität im Orchester“ bereits eine komplette Ausgabe. Das „Warum“ beantwortet Kulturmanager Christian Zech: „Längst ist es selbstverständlich, dass aus Deutschland stammende Absolventen deutscher Musikhochschulen in Orchestern in Dubai oder Los Angeles engagiert werden. Und genauso ist ein chinesischer Musiker Normalität, der an der Stuttgarter Musikhochschule als Geiger ausgebildet wurde und anschließend als Konzertmeister in Düsseldorf reüssiert. Für gute Orchester ist ein hoher Grad  an Internationalität Alltag und prägt die Wirklichkeit der Berufe. Kollegen aus unterschiedlichsten Nationen arbeiten zusammen. Auch in den Ausbildungsgängen an den Hochschulen ist das längst ein Thema. Fragen zur kulturellen Identität, aber auch dem Einfluss von Kultur auf unser Verhalten sind, neben den musikalischen Fragestellungen, zentrale Merkmale zur Identitätsstiftung.“ Ist die Beantwortung dieser Fragen auch in der Kultur erfolgskritisch? „Die Auseinandersetzung mit diesen Themen unterstützt den späteren Erfolg. Die Arbeitsplätze von Musikern sind außerordentlich stark international besetzt. Egal, ob man Solist wird, Orchestermitglied oder Kulturmanager. Interkulturelle Kompetenz ist für Musiker eine Schlüsselkompetenz im 21. Jahrhundert“, berichtet Christian Zech.  

„Wie man in den Wald hineinruft…!“  

Interkulturelle Handlungskompetenz zählt zur den Schlüsselqualifikation erfolgreich agierender Manager. International erfolgreich, in Brasilien, Dänemark, Russland oder China? Ohne profunde Kenntnisse regionaler Märkte, nationaler wirtschaftlicher Kerndaten und langfristiger Entwicklungen ist das nicht möglich. Wer die kulturell bedingten Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung begreift und so vorhersehen kann, welche Zusammenhänge es zwischen regionalen Traditionen und der zunehmenden internationalisierten Wirtschaft gibt, wird dauerhafte Bande knüpfen. Gibt es aber auch Besonderheiten im Schwabenland, auf die sich Hanseaten vorbereiten sollten, wenn sie längere Zeit in den Süden gehen? „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!“ weiß Christian Zech, der lange in der Elbmetropole lebte und nun in der Nähe von Stuttgart wohnt. Immerhin im deutsch-deutschen-Kommunikationswirrwarr scheinen noch leicht lernbare Regeln zu gelten…               


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