washabich.de: Übersetzungsservice für Arztpatienten

Newsletter Dezember 2012

rubrik-ueberetzungen.jpgWer kennt ihn nicht, den sorgenvollen Gesichtsausdruck seines Arztes oder seiner Ärztin, dem dann bedeutungsschwere Worte folgen. „Das sieht leider gar nicht gut aus“! beginnt häufig die Einleitung für einen medizinischen Befund, der dann nur so mit Fremdworten gespickt ist. Dass die verunsicherten Patienten den Aussagen des Arztes kaum folgen können, scheint viele Mediziner nicht zu stören. Sie sprechen ihre eigene Sprache – ein konventionelles Medizinstudium hat nicht die Arzt-Patient-Kommunikation im Blick. Doch Rettung naht. Medizinstudenten bieten jetzt über das Internet einen kostenlosen Übersetzungsservice an, dazu gehört die Übertragung schriftlicher Dokumente von der medizinischen Fachsprache in allgemeinverständliches Deutsch.
Denn der Patient will sich nicht an den lateinischen und griechischen Sprachkenntnissen seiner Weißkittel erfreuen, sondern etwas über Art,  Ursache und Therapiemöglichkeit für seine Erkrankung erfahren.  Die Lösung heißt www.washabich.de. Nach einer einjährigen Einführungsphase sind nun auch die ärztliche Standesvertretung Marburger Bund sowie die Stiftung Warentest von dem ambitionierten Unternehmen überzeugt. Die Tester fanden die Texte gut verständlich und die Fachbegriffe ausreichend erklärt.  Bisher konnten fast 10.000 Übersetzungen  angefertigt werden, auch Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister ist jetzt Botschafter des Projekts.

Auch das Wartezimmer ist digital  

Für die Übersetzung  komplizierter Diagnosen können schon mal drei Wochen ins Land gehen, die Regel sind drei bis fünf Tage Bearbeitungszeit. Online können sich Patienten in eine virtuelle Warteliste einschreiben. Die medizinischen Unterlagen gehen  per Fax oder als verschlüsselter Datensatz an den Übersetzerdienst.  Alter und  Geschlecht bleiben lesbar, persönliche Daten werden geschwärzt, direkter Kontakt zum Patienten findet nicht statt. Per Mail erfährt der Patient, dass die Übersetzung fertig ist.
Durch die Übersetzung kann sich der Umfang des Befundes schon mal verdreifachen, in einer Fachsprache können komplizierte Sachverhalte knapper zusammengefasst werden.  washabich.de will keine Vorschläge zur Therapie machen oder die  Interpretation einer Computertomografie interpretieren: „Hier spielen Studenten nicht Arzt!“  beruhigte ein Organisator kritische Journalisten.   Jetzt müssen sich die Macher Gedanken um die Finanzierung ihrer  Dienstleistung machen. Denn bisher waren sie auf Spendenbasis tätig, doch nur 30 Prozent der Patienten haben sich die Arbeit ein paar Euro kosten lassen.   


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