Unser Buchtipp: Teju Cole. Open City

Newsletter Dezember 2012

fix-nl-22-buchtipp-open-city.jpgDas gewagte Projekt eines jungen amerikanischen Autors: Teju Cole verzichtet weitgehend auf eine traditionelle Handlung im herkömmlichen und schickt seinen Helden zum Spaziergang durch New York. Julius, der junge Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Die Bewegung ist ein Ausgleich zur Arbeit, sie strukturiert seine Abende, seine Gedanken. Er lässt sich treiben, und während seine Schritte ihn tragen, denkt er an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fast unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks – und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit. Der Spaziergänger spiegelt so die Stadt und ihre Befindlichkeiten. "Am Leben sein", lässt Cole seinen Julius denken, „hieß Original und Spiegelung in einem zu sein; tot zu sein bedeutete, abgespalten zu sein, ein bloßes Spiegelbild".
Der Autor: Teju Cole, geboren 1975, wuchs in Nigeria auf und kam als Jugendlicher in die USA. Er ist als Kunsthistoriker, Schriftsteller und Fotograf tätig und hat eine Stelle als Distinguished Writer in Residence am Bard College inne. Zurzeit arbeitet an einem Buch über Lagos, der größten Metropole Afrikas und der am schnellsten wachsenden Stadt der Welt. Teju Cole lebt in Brooklyn, New York.

Presse: „Vordergründig ereignisarm, ist dieses Buch vollgestopft mit Geschichten. Sie werden in einer immer wieder überraschend exakten, dabei nicht minder suggestiven Sprache erzählt. Ein tolles Buch!“ (DeutschlandRadio)
„Jung, schwarz, brillant: Teju Cole hat einen Roman über das Grundgefühl von New York geschrieben und wird nicht nur dort zu Recht gefeiert.“ (Welt am Sonntag)



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