Einzelcoaching oder Gruppentraining?

August 2015

e48411c9b89b23bb5b85939c389faae4.140x10000x0.jpgIn internationalen Projekten steigen die Anforderungen, Führungskräfte holen sich immer häufiger Unterstützung von Trainern oder Coaches, gerade, wenn es um das Meistern interkultureller Herausforderungen geht. Die jährlichen Zuwachsraten liegen nach Information der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im zweistelligen Bereich, Tendenz steigend. Die Komplexität, Geschwindigkeit, Wettbewerbsorientierung und in internationalen Projekten haben deutlich zugenommen. Durch unterschiedliche Werte und Perspektiven kommt es bei internationalen Kooperationen Unternehmen leicht zu Konflikten, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Dabei geht es um Interessen, Macht, Verteidigung des eigenen Reviers oder das Unverständnis über das Verhalten von Partnern und Mitarbeitern. Ist Beratungsbedarf erkannt, stellt sich die Frage: Einzelcoaching oder Gruppentraining?
In Einzelberatungen werden konkrete Problemstellungen bearbeitet, die sich im Arbeitsalltag durch die interkulturelle Zusammenarbeit ergeben. Die Sitzungen sollen helfen, die interkulturelle Kompetenz von Managern zu stärken, indem problematische Situationen reflektiert und notwendige Lösungsstrategien erarbeitet werden. Auch weil im Management die soziale Isolation zunimmt und Führungskräfte immer weniger Menschen haben, denen sie wirklich vertrauen können, lernt der Klient im Laufe eines wirkungsvollen Coaching-Prozesses sein Potential zu erkennen. Eine der charakteristischen Eigenschaften des Coachings ist die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Klient, die durch Vertrautheit und Neutralität zugleich gekennzeichnet sein muss. In einer Gruppe dagegen entsteht eine andere Beziehungssituation. Jeder Teilnehmer will zur Geltung kommen und Beratung erhalten. Schlimmstenfalls entwickelt sich auf diesem Weg ein „Einzelcoaching unter Zeugenbeobachtung“.     

„Raus aus dem Aquarium!“  

Der Einzelcoaching-Prozess startet meist mit einem Vorgespräch. Dieses dient dem Kennenlernen und einer ersten Zielfestlegung. Bei den anschließenden Sitzungen wird mit konkreten Fallbeispielen aus dem aktuellen Berufsalltag an Zielen gearbeitet. Der Coach ist Berater und Sparringspartner, der Feedback gibt. Er unterstützt den Klienten darin, neue Sichtweisen zu entwickeln und auf diese Weise seine Potentiale besser nutzen zu können. Wirkt der eigene Auftritt in Brasilien, China oder Indien zu dominant oder undiplomatisch? Oder fehlt die beziehungsorientierte Ebene, weil der Fokus zu sehr auf den Fakten liegt? Wer mit dem Coach lernt, sich an die neue Anforderungen anzupassen,  wird Erfolg haben, „außerdem hilft es manchmal dem Aquarium zu entsteigen und sich die Fische von außen anzuschauen!“ rät Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Kommunikationsdienstleisters Fix International in Hamburg. Und sie fügt hinzu: „Coaching ist kein Allheilmittel. Aus einem Apfelbaum lässt sich nämlich niemals ein Pflaumenbaum machen!“


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