Internationaler Übersetzertag am 30. September 2012

Newsletter August 2012

rubrik-ueberetzungen.jpgAm 30. September im Jahr 420 verstarb Sophronius Eusebius Hieronymus. Hieronymus war Kirchenvater, Gelehrter, Heiliger und ein Theologe der alten Kirche. Doch darüber hinaus war er auch ein bedeutender Übersetzer, der Teile der Bibel aus dem Altgriechischen ins Lateinische übertrug. Die Fédération Internationale des Traducteurs (FIT) lädt deshalb am 30. September 2012 Übersetzer aus aller Welt dazu ein, den „Internationalen Übersetzertag“ zu feiern, zu Ehren des Übersetzervorbildes Hieronymus.
„Die Weltliteratur“, so der portugiesische Schriftsteller und Nobelpreisträger Saramago, „wird von Übersetzern gemacht.“ Doch Übersetzer können noch viel mehr: Auf ihrer Arbeit baut nämlich die abendländische Kultur auf. Das beginnt mit den Bibelübersetzungen der Spätantike an und setzt sich im 9. Jahrhundert in Bagdad fort. Dort wurden die wissenschaftlichen Texte der griechischen Antike ins Arabische übersetzt. Die so genannte „Übersetzerschule von Toledo“ übertrug schließlich im 12. Jahrhundert neben originalsprachig arabischen wissenschaftlichen und religiösen Texten auch diese Übersetzungen ins Lateinische, im 13. Jahrhundert auch ins Kastilische, was normierende Folgen für die spanische Sprache hatte. Luthers Bibelübersetzung prägte die deutsche Sprache wesentlich, die englische „King James Bible“ hatte großen Einfluss auf Milton und weitere bedeutende Dichter des englischen Sprachraums. Die Shakespeare-Übersetzungen von Schlegel und Tieck lieferten der deutschsprachigen Bühnenkunst und ihren größten Repräsentanten unverzichtbare Impulse, die Gedanken der Aufklärung schließlich konnten erst durch entsprechende Übersetzungen ihren Siegeszug um die Welt antreten.

Am Internationalen Übersetzertag sollen zahlreiche Übersetzerveranstaltungen in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die Bedeutung der Übersetzung in Vergangenheit und Gegenwart wecken und zeigen, wer hinter den Übersetzungen steht, mit denen jeder ständig konfrontiert ist – von der schönen Literatur bis zum Fachbuch, vom Theater bis zu Film und Fernsehen, von Zeitungen und Zeitschriften bis zu Werbung und Gebrauchsanweisungen.

Berufsverbände, Vereine und Mitglieder sind aufgerufen, Veranstaltungen durchzuführen. Dies soll dazu beitragen, die bedeutsame Arbeit von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu tragen.



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