Afrikas Wirtschaft wächst im Rekordtempo: Chancen für die deutsche Wirtschaft?

Newsletter Juni 2013

Wirtschaft Afrika, Chancen deutsche Wirtschaft, Newsletter Fix International ServicesAfrika feiert ein wichtiges Jubiläum, der Kontinent begeht den 50. Jahrestag der politischen Einheit. Die Afrikanische Union (AU) ist eine noch junge internationale Organisation. Ihre Struktur ist ähnlich gestaltet wie die der Europäischen Union. Sitz der AU ist Addis Abeba (Äthiopien). Ist Afrika, wie viele Experten analysieren, eine Region der großen Chancen?
Die Wirtschaft boomt in Teilen des Kontinents mit hohen Wachstumsraten. In den vergangenen zehn Jahren hat Afrika die längste Wachstumsperiode seit den 1960er Jahren erlebt, zwei von drei Afrikanern besitzen ein Handy. Sichtbar wird der Aufschwung vor allem in den Wirtschaftsmetropolen und Wohlstandsinseln, wo die neue Mittelschicht Afrikas lebt. Dazu zählen Luanda, Johannesburg und Nairobi. Dort boomt die Bau- und Telekommunikationsbranche. Aber auch der Einzelhandel sowie der Bankensektor vermelden Rekordwerte. „Die neue politische Dynamik, die viele Staaten Afrikas heute prägt, ist eine gute Grundlage für eine verstärkte soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung der gesamten Region", erklärte jüngst Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Afrikaverein der deutschen Wirtschaft hat in einer Umfrage festgestellt, dass das Interesse der deutschen Unternehmer besonders an den kleineren afrikanischen Volkswirtschaften steigt. Die Kaufkraft auf dem Kontinent steigt und die Märkte wachsen. Nach den „Tigerstaaten“ Asien ist die Rede davon, dass jetzt die afrikanischen „Löwen“ auf dem Sprung seien, Afrika gilt als der wichtigste Wachstumsmarkt der nächsten 50 Jahre. Prognosen der Weltbank folgend wird die Wirtschaft in Subsahara-Afrika zwischen 2013 und 2015 im Durchschnitt um mehr als fünf Prozent wachsen. Die Weltwirtschaft kommt im gleichen Zeitraum durchschnittlich nur auf etwa drei Prozent. Mehrere Staaten südlich der Sahara zählen zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Erde, darunter ist Sierra Leone mit elf Prozent Wachstum, Gambia kommt auf mehr als zehn Prozent. Mosambik und die Demokratische Republik Kongo folgen mit acht Prozent. Vor allem chinesische Investoren haben das schon vor mehr als zehn Jahren erkannt, deutsche Unternehmen ziehen nach. 

Die Industrialisierung kommt nur langsam voran

In den kommenden Jahren böten sich nach Einschätzung von Experten für die deutsche Wirtschaft neue Investitions- und Wachstumschancen, besonders für den Aufbau der Energie-Infrastruktur. Hohe Wachstumsraten allein aber sind noch kein Grund für eine Euphorie. Das zeigt eine Untersuchung des Hamburger GIGA-Instituts. Geprüft wurden die Perspektiven von 42 Subsahara-Staaten. Die meisten der Länder schnitten, im internationalen Vergleich, schlechter ab, trotz hoher Wachstumsraten. Denn das Wachstum ist besonders ein Ergebnis steigender Nachfrage nach Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten, das Wachstum ist Export getrieben. Die afrikanischen Staaten untereinander machen nur wenig Geschäfte, der Anteil des innerafrikanischen Handels am Gesamthandel des Kontinents betrug 2010 zwölf Prozent, in Asien beträgt der Anteil des regionalen Warenaustauschs mehr als 50 Prozent, in Europa liegt er bei fast 70 Prozent. 
Die Industrialisierung kommt nur langsam voran, die Erträge der Landwirtschaft reichen nicht aus, den Bedarf der eigenen Bevölkerung zu decken. Die Hürden für eine echte Erfolgsgeschichte des Kontinents sind noch hoch, „damit die afrikanische Ökonomie eine stabile Basis hat, sind große Investitionen in die Infrastruktur erforderlich!“ erklärt Bettina Kertscher, Geschäftsführerin des Hamburger Kommunikationsdienstleisters Fix International, „ob der Aufschwung des Kontinents nachhaltig ist, hängt auch von ökonomischen Reformen, der Öffnung der Märkte und deutlichen Verbesserungen in den Gesundheits- und Bildungssystemen ab.“ Helfen soll dabei irgendwann der „Afro“, eine Gemeinschaftswährung nach dem Vorbild des Euro. In wenigen Jahren soll es nach Angaben des Kenianers Erastus Mwecha, dem stellvertretenden AU-Vorsitzenden, auch eine afrikanische Freihandelszone geben, „dann erwarte ich innerhalb von zehn Jahren die Verdoppelung des innerafrikanischen Handels!“ erklärte Mwecha jüngst in einem Interview.Download Afrika Wirtschaft, Chancen deutsche Wirtschaft, Newsletter Fix International Services

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